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In der Dritten Welt*
Zu der Zeit, als ich Minister war, Anfang der siebziger Jahre, gab es für die Entwicklungsländer sehr viel mehr Hoffnung als heute. Wir waren der Meinung, daß eine moderne Entwicklungshilfe das größte Elend bis zum Ende des Jahrhunderts überwunden haben würde. Wenn wir damals auch nur andeutungsweise geahnt hätten, wie es heute in vielen Entwicklungsländern aussieht, ich glaube, wir wären nach Hause gegangen; wir hätten Depressionen bekommen. Wir hätten uns wahrscheinlich gar nicht vorstellen können, daß 950 Millionen Menschen 1992 unterhalb der Armutsgrenze leben. Die Wanderungsströme hängen vor allem damit zusammen, dass die Hoffnung knapp, ja Mangelware geworden ist. Menschen halten sehr viele Entbehrungen aus, wenn sie auf eine bessere Zukunft hoffen können. Wenn sie das nicht mehr können, laufen sie davon und suchen einen Ort auf dieser Erde, an dem es anders sein könnte. Unsere Entwicklungshilfe hat dies nicht verhindern können. Deshalb sage ich: Entwicklungshilfe kann immer nur marginal sein. Ich denke, dass zum Beispiel die Agrarpolitik der Europäischen Gemeinschaft im Süden mehr Unheil anrichtet, als unsere Entwicklungshilfe gutmachen kann.
Erhard Eppler, in: DIE Zeit Nr. 19 vom 01.05.92
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(z.B. Adolf Ogi, Ansprache zum Neujahrstag, 1996)



